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ERNESTY INTERNATIONAL Ernesty IV. (EMG/Hoanzl) 

Was 99 Prozent aller Bands und ihren Sängerinnen und Sängern fehlt, Ernst Tiefenthaler hat es: eine Stimme. Nicht nur ein Stimmchen zum Aufsagen von Texten durch ein Mikrofon, sondern ein Organ, das so klingt, als hätte es erlebt, worüber es berichtet. Das macht noch belanglose Lieder hörbar, obgleich Tiefenthaler sich diesbezüglich nichts nachsagen lassen muss. Immer in mehreren Projekten involviert, veröffentlicht er sein neuestes Album wieder unter dem zwischen Großadel und NGO angesiedelten Namen Ernesty International, Ernesty IV. Dabei zeigt sich, dass er immer dann am besten klingt, wenn er breiter instrumentiert. Hier unterstreicht vor allem das Keyboard seine Songs in ihrer (Bedeutungs-)Schwere, die sich der großen (Love is just Love) und kleinen Dinge (The Smell of Dogshit in early December) des Lebens annehmen. Einen Gutteil davon übersetzt er in die Weltsprache Americana, durchbricht deren Schablonen hier jedoch verlässlich mit elektronischen Stimmungsmachern oder einfach Ideenreichtum.
Karl Fluch, DER STANDARD

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Der König der Lauser
Ernst Tiefenthaler ist der fleißigste Singer/Songwriter des Landes – und einer der besten

Die ersten beiden Alben von Ernesty International zierte ein Astronaut. Einmal mit Bauernhof und Kühen, einmal mit glühender Sonne im Hintergrund. Alles blieb in der Schwebe und abstrakt.
Ernesty International, das konnte dem Namen nach eine Band sein, ein Konzern oder eine Institution. In den CD-Booklets stand: „Ernesty International is a non-governmental, non-profit organisation whose aim is – by means of music – to fight global and individual indifference.“

Das Cover des neuen Albums „Ernesty IV.“ sieht ganz anders aus. Es zeigt den Menschen hinter Ernesty Interna­tio­nal, der als König seiner Welt posiert: den Singer/Songwriter und Multiin­stru­mentalisten Ernst Tiefenthaler. „Es war eine sehr bewusste Entscheidung, selbst in Erscheinung zu treten“, sagt er. „Und wenn ich schon vorn groß drauf bin, kann ich mir gleich auch eine Krone aufsetzen. Ich wollte meinen Narzissmus sichtbar und zum Thema machen. Vielleicht habe ich inzwischen auch stärker das Gefühl, dass ich wirklich ein Musiker bin.“
Bis Tiefenthaler zu dieser Einsicht gelangte, vergingen nicht weniger als 20 Jahre. So lang schon stellt die Musik das Wichtigste in seinem Leben dar. Das Initiationserlebnis verlief kurios. „Ich bin mit 17 bei der Stellung vorübergehend untauglich geschrieben worden“, erinnert sich der aus Linz stammende Enddreißiger.
„Meine Mutter fragte mich, ob ich nicht etwas aus meinem Leben machen mag, und ich meinte, eine Gitarre wäre vielleicht eine gute Idee. Die sind wir dann auch gleich kaufen gefahren. Diese Geschichte wäre cooler, wenn ich von meinem eigenhändig am Bau verdienten Geld eine Gibson Les Paul gekauft hätte. Immerhin habe ich aber wirklich gleich zu spielen begonnen, in dem Instrumentenladen haben wir nämlich auch ein Bob-Dylan-Songbook gekauft.“
Tiefenthaler versenkte sich ins Musikmachen. Aufs Lernen der gängigsten Akkorde folgten bald erste eigene Songs, die er mit einem Kassettenrekorder aufnahm. „Diese Spiel- und Komponierwut scheint mir rückblickend als etwas enorm Lebendiges“, sagt er heute. „Gerade wenn ich daran denke, wie karg mein Teenagerzimmer und wohl mein ganzes Leben damals ausgesehen hat. In den letzten 20 Jahren hat sich viel verändert, aber das innere Bedürfnis ist geblieben.“

Gemessen an seinem Output ist Ernst Tiefenthaler der gegenwärtig fleißigste Singer/Songwriter Österreichs. Seit dem Debüt „Ernesty International“ (2009) ist es ihm gelungen, jedes Jahr ein weiteres Album vorzulegen, das den Vorgänger qualitativ jeweils knapp übertraf. Das alles macht er neben einem Brotjob in der Abo-Abteilung des Standard und den beiden Bands Hotel Prestige und Bell Etage, die zuletzt aber etwas ins Hintertreffen geraten sind.
Seine Platten nimmt der Umtriebige im Urlaub auf. So entstand der Erstling im leerstehenden Haus seiner verstorbenen Großeltern; „Ernesty IV.“ spielte er im Sommer 2011 im Wiener Kellerstudio von Chris Janka ein. Kreativ hat Tiefenthaler einen derartigen Lauf, dass er zwischen Schreiben und Aufnehmen kaum noch trennt, die meisten Songs entstehen gleich direkt im Studio.
„Pro Lied brauche ich im Schnitt ein bis zwei Tage“, sagt er. „Ich freue mich selbst extrem über die Aufnahmen, höre sie mir immer wieder an und bin begeistert über die Tatsache, dass jetzt etwas da ist, das es am Vortag noch nicht gegeben hat. Aufnahmetechnisch bin ich aber leider ein Lauser, weil ich einfach nur schaue, dass ich alles irgendwie in den Kasten kriege.“

Das ist sympathisches Understatement. Die Musik klingt bei Ernesty International in der Regel so, wie es der jeweilige Song verlangt. Also perfekt – oder manchmal eben gerade auch nicht. Das Weinerliche, das übertrieben Getragene, das einem Singer/Songwriter-Musik mitunter verleidet, fehlt Ernesty International zum Glück völlig. Seine Lieder tönen lebendig, die Arrangements sind voller wunderlicher Einfälle, und die Labelkollegin Eloui setzt als weibliche Stimme weitere schöne Akzente.
Wohin das alles noch führen soll? Wahrscheinlich wird Ernst Tiefenthaler weitermachen wie bisher. „Ich kann mir schwer vorstellen, was das bedeutet, es mit Musik als Beruf zu probieren“, sagt er.
„Ich habe mir schon oft überlegt, dass ich einem eventuellen Erfolg selber ein bisschen im Weg stehe. Gleichzeitig ist da aber auch dieses kindliche Vertrauen, dass eine Platte schon zu ihren Hörern finden wird, wenn sie nur wirklich gut ist. Im Moment habe ich das Gefühl, dass noch einige Platten in mir drin sind, die gerne raus würden. Das ist fast so etwas wie ein Lebenselixier.“

Sebastian Fasthuber, Falter

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Neues aus Österreich
An »Ernesty IV.« (EMG/Hoanzl), der vierten Platte von Ernst Tiefenthaler alias ERNESTY INTERNATIONAL, wissen vor allem die traumgelenkten, von kindlichem Weltinteresse geprägten, wiewohl auch sehr reifen Texte zu begeistern. Zum Glück setzt sich Tiefenthalers Gespür für Feinheiten auch in den Melodien und Arrangements fort. Der mit Bands wie Bell Etage oder Hotel Prestige bekannt gewordene Musiker stellt Folkpop-Traditionen klug auf den Kopf, gibt sich gerne auch mal als symphonischer Indie-Schlurf (»Boots«) und mengt all dem ein gehöriges Maß an Schrägheit bei. Ob Indietronics-Gehversuche (»The Smell Of Dogshit In Early December«) oder simpler Feel-Good-Kadenz-Pop (das an die Long Winters erinnernde »Love Is Just Love«): Was auch immer Tiefenthaler angreift (und das ist vieles, schließlich hat er auch alle Instrumente selbst eingespielt) gereicht der HörerInnenschaft zur herbstlichen Wonne.
Gabriel Mayr, skug

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Ernesty International – Ernesty IV
Ernst Tiefenthaler scheint wohl nie wirklich zu ruhen. Zumindest was die Zahl seiner musikalischen Outputs anbelangt, reichen ihm wohl nur wenige das Wasser. Man hat es hier hörbar mit einem Liederschreiber zu tun, der sein Handwerk, nämlich durch die Bank richtig gute, sehr stimmungsvolle und schön verspielte Songs entstehen zu lassen, wirklich versteht. Das in wenigen Wochen erscheinende vierte Album „Ernesty IV“ (EMG) zeigt mehr noch als in der Vergangenheit, dass sich der umtriebige Wiener sich sein ganz eigenes folk-indiepopmusikalisches Refugium erschaffen hat, welches, fernab jeglicher Orientierung an den hippen Sounds der Gegenwart, schlicht und einfach erfrischend zeitlos aus den Boxen schallt. Präsentieren wird „Ernesty IV“ am 3. November im Wiener Echoraum.

Vier Alben in vier Jahren, und das ohne auch nur einen Ausfall. Und dazu noch hat dieser Mann auch noch in zahlreichen anderen Projekten seine Finger mit im Spiel. Ganz falsch liegt man wohl nicht, bezeichnet man ihn als einen echten Workaholic. Doch Ernst Tiefenthaler alleine über seinen Schaffensdrang zu definieren, greift, hört man sich auch durch das neue Album „Ernesty IV“, dann doch viel zu kurz. Man hat es hier mit einem Singer-Songwriter zu tun, der ganz genau weiß, wie seine Stücke zu klingen haben, und es auch wirklich versteht, die eigenen musikalischen Vorstellungen Realität werden zu lassen.

Als Ernesty International bewandert der Multiinstrumentalist das Feld des modernen Liedermachertums, dies aber auf seine ganz eigene Weise. Sein Stil zeigt sich als eine Art Abriss der jüngeren Popmusikgeschichte. Die einmal mehr nahezu in kompletter Eigenregie produzierten Songs atmen Bob Dylan, genauso wie die Beatles, Leonard Cohen und gelungene Americana – und Folkentwürfe der 80er und 90er Jahre. Den Bogen in die Jetztzeit spannt der mit ausdrucksstarker Stimme durch Stücke wandelnde Ernst Tiefenthaler mit dezenten elektronischen und LoFi-Spielereien, die dem Ganzen im Ergebnis diesen eigenwilligen und unverkennbaren „Ernesty International“-Charakter verleihen.

Hinzu kommt, dass der Wiener in seinem Tun in keinster Weise irgendwie bemüht oder gezwungen wirkt. Es gelingt dem Wiener, musikalisch alles richtig schön rund und im Fluss zu halten, auch in jenen Momenten, in denen es etwas experimenteller und soundtechnisch vertrackter zur Sache geht.

Ernst Tiefenthaler ist mit „Ernesty IV“ erneut ein Album gelungen, das zeigt, dass ein gewisses Anspruchsdenken im Popmusik auch heute noch Platz findet. Auf jeden Fall ist es Leuten ans Herz gelegt, die sich für einen abwechslungsreichen Sound abseits jeden Mainstreams begeistern können.
Michael Ternai, Mica

Mica Interview mit Ernst Tiefenthaler

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Die Rückkehr des Königs
Beim vierten Album von Ernesty International steht der Musiker Ernst Tiefenthaler endlich im Rampenlicht. Mit "Ernesty IV." setzt sich der Multiinstrumentalist und Sänger die Krone auf.
Die FM4 Soundpark Nacht, jede Woche in der Nacht von Sonntag auf Montag
Eigentlich ist Ernst ein bedachter, zurückhaltender Mensch, der seine Worte genau wählt, zwischen den Sätzen oft in reflexives Nachdenken verfällt und nicht selten sein Licht unter den Scheffel stellt. Wenn es der Wiener Musiker bisher zum king geschafft hatt, dann zu einem des understatements.
Doch jetzt steht Ernst Tiefenthaler endlich im Vordergrund. Nach drei wunderbaren, musikalisch und textlich sehr hochwertigen Alben unter der Flagge von Ernesty International nimmt der sympatische Musiker nun Platz am Pop-Thron. Und das ist gut so. Auch wenn die Krönung zum besten heimischen Singer/Songwriter-König natürlich auch ironisch gemeint ist.

Von Liebe und Narzissmus
Die fröhlich dahinhüpfende Keyboardmelodie von "Sometimes Forever" eröffnet das neue Werk "Ernesty IV.". Was hier so keck und unscheinbar beginnt, schwingt sich im Verlauf zu einer wunderschönen Beziehungs-Hymne auf. Der Rausch der Verliebtheit gleicht einer geschmeidigen Kreufahrt durch das Meer der Glücksgefühle. Der Wind weht dabei den schönen mit Sängerin Eloui im Einklang intonierten Refrain über das Schiffsdeck. Nicht nur die Verliebten, sondern auch wir driften im Freudentaumel durch die kunstvoll vertrickten Harmonien.
Ernesty International live:
Samstag, 3.11., Echoraum, in der Sechshauser Strasse 66, im 15ten Wiener Gemeindebezirk, Präsentation der neuen Platte "Ernesty IV."
Ernst Tiefenthaler versteht sein Handwerk, das in jeder Minuten mehr ist als nur das Zusammenfügen von Instrumenten und Textfragmenten. Alle zwölf Stücke von "Ernesty IV." sind eigenwillig arrangierte, abwechslungsreich instrumentierte und thematisch tiefgründige Songperlen. "Love is just Love" ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht nur der Musiker, sondern auch seine lyrischen Geschichten direkter sind. Mit einer Tanzboden füllenden Indiepop-Gitarrenlinie und genügend Antriebskraft werden hier die Könige der Liebe gepriesen.
Aber Ernesty International beleuchtet verschiedene Facetten der Liebesbeziehung. Oftmals in schöner Metaphorik erstrahlen die mit viel Gefühl gemalten Sprachbilder sogar im Schneeregen von "Not Alaska".

Neben der Inspirationsquelle Beziehungen, die nie auszutrocknen droht, ist das Wechselspiel zwischen Narzissmus und Unterwürfigkeit der roter Faden, den Ernst Tiefenthaler in die atmosphärisch sehr unterschiedlich gefärbten Songs verwoben hat. Einerseits ist man dazu verleitet, sich anderen gegenüber zu erhöhen und von oben auf sie herabzublicken und andererseits nagt im Vergleich mit dem Gegenüber die geübte Selbstsabotage an der eigenen Sicherheit und führt zwangsweise zu einem schamvoll gebeugten Rundrücken.

Genau diese emotionalen Spannungsfelder zeigen sich diesmal auch musikalisch. Das dezente und doch nervös dahingroovende Stück "The Smell of Dogshit in Early Dezember" lässt die Klangwelt der akustischen und elektrischen Gitarren auf trockene Jungle-Drummachine-Beats treffen. Dazu umschmeicheln die weichen Stimmen von Ernst und Eloui unsere Ohren. Ein Spagat, der über die sehr spannenden vier Minuten komplett aufgeht.
Und mit "Boots" ist Ernesty International auch ein richtiger Ohrwurm geglückt, der schon nach einmaligem Durchlauf sich nicht mehr aus den Gehörgängen locken lässt. Eine abgestoppte Gitarrenlinie, ein reduzierter Bass, ein perkussives Uhrticken und der hynotisierende Text gehen in ein rollendes, sich ständig wiederholendes Thema über, dem man sich nicht entziehen kann. Mehr und mehr schichten sich verschiedene Gesangslinien übereinander und entlassen uns am Ende mit einem wirklich herzergreifenden Chor, den man nicht vergisst.
Wir verleihen Ernst Tiefenthaler unsere FM4 Musikkrone in Form einer langen Listening Session in der kommenden Soundparknacht am Sonntag, 4. November ab 1 Uhr früh.
Andreas Gstettner, FM4

 

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ERNESTY INTERNATIONAL
«Not a Ship an Aeroplane»

Good News aus der Singersongwriter-Ecke. Ernst Tiefenthaler sendet wieder
aus seinem Ernesty-International-Universum. Wieder mit dem Ziel mit seiner
Musik die Welt zu verbessern, so oder so ähnlich steht es in den
Ernesty-International-Statuten. In den Jahren, wo «normale» Jugendliche sich
Nirvana in die Körper gezogen haben, hat Ernst das Frühwerk von Bob Dylan
aufgesaugt. Auch wenn er heute selbigen eher gleichgültig beäugt, lässt sich
seine einstige Passion nicht verleugnen. In der Abgeschiedenheit von
Aschach/Donau hat er in einer Woche «Not a Ship an Aeroplane» aufgenommen.
Alleine. Stimme, Instrumente, Elektronik. Alleine. Der einzige Kontakt zur
Außenwelt: Die Greißlerin, wenn ihm das Bier ausgegangen war. Zurück in der
Großstadt wurde mit weiblicher Stimme (Franziska Abgottspon alias eloui)
noch verfeinert. Welch wunderbares Universum.
Mario Lang, Augustin

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Ungeschliffenes & Unmittelbares
Die folkigen Songs von Ernesty International schleimen sich auch beim dritten Album nicht reibungslos in die Gehörgänge. Unmittelbarkeit bleibt sein größter Trumpf.

Mit seinem dritten Album »Not A Ship An Aeroplane« festigt Ernst Tiefenthaler sein Projekt Ernesty International endgültig. Es mag als Neben-Projekt zu den Bands Bell Etage und Hotel Prestige begonnen haben, derzeit scheint es eher sein Hauptbetätigungsfeld zu sein. Und so folgt wenige Monate nach »It Could Be The Sun, Mr. President« schon das dritte Album. Wie schon auf dem Vorgänger feiert er damit eine sehr eigene, mitunter verschrobene Spielart von Americana oder Folk. Er nennt im Interview große Songwriter wie Springsteen, Dylan, Young oder Cohen als vielgehörten Einfluss, als Hörer fühlt man sich meist eher an weniger bekannte (90er-)Helden wie Rex oder Califone erinnert. Tiefenthaler selbst wagt es nicht, seinen Songwriting-Prozess zu beschreiben, sondern greift auf »blumige« Metaphern zurück. Zumindest diese Unmittelbarkeit und Unperfektion bleibt dem finalen Werk erhalten.
Die meisten Instrumente werden von ihm selbst eingespielt – auf dem Album entsteht neben den Songs eine zweite, situationistische Ebene, die sich zu einem LoFi-Folk-Klischee-Bild verdichtet und in erster Linie stimmig wirkt. Textlich feilt er nicht an Wörtern, Phrasen oder Aussagen, sondern hangelt sich assoziativ durch mitunter schwer bis zumindest nicht eindeutig dekodierbare Bilder. Die möglichst große Direktheit und Emotionalität stehen auch hier im Vordergrund. Anders als andere Songwriter, in Österreich etwa der etwas bemüht wirkende Son Of The Velvet Rat, feilt Tiefenthaler mit Ernesty International nicht am perfekten Song, sondern er möchte sich mit seinen Nummern »in die Seele schleichen«. Dem Hörer würde er es mit ein wenig geschliffenerem Songwriting sicher einfacher machen, aber dadurch eventuell seine Einzigartig – die nicht nur in der Stimme liegt – einbüßen. (7/10)
Martin Mühl, The Gap

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Tonträger des Monats Mai/lang: Ernesty International: "Not a ship an Aeroplane", Ernesty Music Group 2011

Jedes Jahr eine neue CD, drunter tut es Ernst Tiefenthaler nicht. Die 2011er ist rockig, countryesk und poetisch, langsam und konzentriert, absolut nicht dahergehudelt, kaum ein Song ist unter 4 Minuten lang. Eigentlich kann man Ernesty International am besten mit Ernesty International vergleichen, ansonsten hat sich Herr Tiefenthaler nämlich ein eigenes musikalisches Kleinst-Universum zusammengezimmert, in dem es sich offensichtlich recht behaglich lebt. Die Gitarre klingt nach endlosen Touren durch das Hinterland, dazu singt Ernesty lässig wie immer, diesmal zusätzlich verstärkt durch eloui. Der Mann mit der charakteristischen Stimme könnte noch Stunden so weitermachen, man hört ihm immer gern zu, auch wenn er weder Jim Morrison ist noch der Sohn von Daniel Day Lewis.
Haubentaucher

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Auf seinem eigenen Label EMG erscheint die jüngste Arbeit von Ernesty International: Österreichs Fleißigster macht darauf einige Schritte vorwärts, denn fühlte man sich angesichts der vielen E.I.-Songs zuweilen überfordert, weil in einer Wiederholungsschleife. Die neue Scheibe überzeugt durch die etwas anders gestrickte Produktion: Da ist auch mal Platz für Loops und ein wenig Elektronik, während andererseits die Synthese zwischen Indie und Folkpop gesucht und meist auf gute Weise gefunden wird. Auch scheint das Songwriting auf »Not A Ship An Aeroplane« noch differenzierter als auf den guten Vorgängeralben – es scheint als hätte E.I. alle Kräfte für EMG-001 gebündelt; und der Topos des Weltraums bzw. des Fliegens wird hier fortgeführt.
Jürgen Plank, skug

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Dem Mann kann es nicht schnell genug gehen. Neben den Bands Bell Etage und Hotel Prestige hat sich Ernst Tiefenthaler mit Ernesty International drum ein Singer/Songwriter-Projekt aufgebaut, bei dem er das Tempo bestimmt. Nur ein Dreivierteljahr nach dem letzten Album erscheint das dritte Ernesty-Werk. Die Musik erhebt sich nach dunkelgrauem Beginn bis zur Euphorie von „Limited Soldier“. Die Qualität des Gebotenen kann mit der Spannbreite mithalten. Herrlich die Liebeserklärung in „Balcony“: „If I had the water and the time / I’d build a swimming pool right onto your house.“
Sebastian Fasthuber, Falter

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Interview mit Ernst Tiefenthaler
Martin Mühl, The Gap

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Die Perfektion der Indirektheit

Ernst Tiefenthaler war schon öfter hier zu Gast und erwies sich immer als spannender, überlegter und tiefsinniger
Gesprächspartner.

Diesmal hat er als Ernesty International nicht nur sein neues, drittes Album "Not A Ship An Aeroplane" im Gepäck, er ist auch
frisch gebackener Labelbetreiber. Ernesty Music Group, kurz EMG (die Anspielung auf EMI und BMG sind da wohl kaum zu
übersehen), folgt dem schon seit Anbeginn des Projekts aufgestellten "politischen Konzept" dernon-governmental, non-profit organization für Musik, die jedoch nicht einen "David gegen Goliath"-artigen Kampf gegen die ach so böse Musikindustrie verfolgt, sondern sich mit Problemen der Globalisierung, Medienmanipulation, gesellschaftlicher Vereinsamung und Verarmung sowie Kommunikationsunfähigkeit auseinandersetzt.

Was hier großtrabend klingt, findet bei Ernesty International allerdings auf ganz kleiner Ebene statt. Gespeist von persönlichen Erlebnissen, Beobachtungen des eigenen Mikrokosmos, indifferenten Empfindungen und bedachter Reflexion erzählt Ernst Tiefenthaler in assoziativen Bildern abstrakte Geschichten realen Ursprungs von menschlichen Schattenseiten aber auch von hoffnungsvollen Entwicklungen. So wird zwischenmenschliche Beziehung zum Beispiel über die gemeinsame "Abhängigkeit" von Schiffen und Flugzeugen abgehandelt, die ohne ihr Radar Gefahr laufen würden, ihren Weg zu verlieren. Das Schöne an Ernesty international ist jedoch, dass man aus den derart vielschichtigen Texten seine ganz eigenen Geschichten im Kopf formen kann. Schließlich geht es dem Sänger, Multiinstrumentalisten und passionierten Produzenten Ernest Tiefenthaler um die Indirektheit, mit der er sich über die Musik ausdrückt. Spannend bei all diesen sprachlichen Umwegen ist die berührende Unmittelbarkeit seiner Songs, die diesmal musikalisch abwechslungsreicher instrumentiert sind, wobei neuerdings auch elektronisch-analoge Sounds die poppigen Stücke infiltrieren. Ein spannendes Werk also, das neben wunderbaren Melodien und cleveren, stimmungsvollen Arrangements viel an Gesprächsstoff hergibt.
Andreas Gstettner, www.fm4.orf.at

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Ernesty International: Not a Ship an Aeroplane

Wunderbar entspannten und niveauvollen Singer/Songwriterpop bietet Ernst Tiefenthaler auf seiner neuen CD seines Solo-Projekts Ernesty International. „Not a Ship an Aeroplane“ (Ernesty Music Group) heißt das gute Stück. Wie schon auf seinen ersten beiden Veröffentlichungen  - dem selbstbetitelten Erstlingswerk und „It could be the sun, Mr. President.“ präsentiert sich der Wiener auch diesmal als exzellenter und hochtalentierter Liedermacher. Wunderbare Melodien, intelligentes Songwriting und eine Stimme, die einfach nur berührt.
 
Der Mann scheint in der Tat ein Workaholic zu sein, wie er im Buche steht. Obwohl bei den Bands Bell Etage und Hotel Prestige als Sänger angestellt, findet der Wiener auch noch Zeit sein eigenes Projekt mit Nachdruck voranzutreiben. Bei „Not a Ship an Aeroplane“ handelt es sich nämlich um das inzwischen dritte Album innerhalb von drei Jahren. Ein kreativer Output von dem andere Musikerinnen und Bands nur träumen können. Noch dazu befindet sich darunter kein einziger Ausfall, vielmehr bewegt sich Ernst Tiefenthaler musikalisch auf einem Niveau, welches durchaus internationalen Standards entspricht.
 
Auch auf seinem neuen Output zeigt sich Ernst Tiefenthaler als ein wahrer Experte darin, wunderbare melancholisch angehauchte Songs zu schreiben, die sich schon nach erstmaligem Hörgenuss in den Gehörgängen festsetzen. Die nahezu in kompletter Eigenregie produzierten zehn Tracks – Tiefenthaler spielte mit wenigen Ausnahmen nahezu alle Instrumente selber ein – zeugen vom ungemein ausgeprägten Musikverständnis des Wiener Liederschreibers. Es weiß wie er was, zu welcher Zeit, in welcher Form in Szene zu setzen hat.

Irgendwo zwischen LoFi-Spielereien, großem Epos, klischeebefreitem Americana und lässigem Singer/Songwritertum agierend, erschafft der facettenreiche Sänger und Multiinstrumentalist seine eigene unverkennbare Version anspruchsvoller Popmusik, die gleichzeitig hochemotional wie auch authentisch daherkommt. Die Musik von Ernesty International ist schlicht eine, die über herkömmliche Popbegrifflichkeiten hinausgeht, die anstatt an der Oberfläche hängenzubleiben, sich auf wunderbare Weise in die Tiefe entwickelt.

Ernesty International ist mit ein weiteres Beispiel dafür, dass auch hierzulande talentierte und viel versprechende Musiker/Innen mit einem enormen Potential am Werken sind, die es verstehen, hervorragende Songs zu schreiben und ihr Publikum zu begeistern wissen. Wer sich also für anspruchsvolle, tiefsinnige und emotionale Popmusik begeistern kann, sollte „Not a Ship an Aeroplane“ auf jeden Fall einer intensiven Hörprobe unterziehen. Es lohnt sich.
Michael Ternai, Mica

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Sternstunden 2010

Jahresbilanz der Kulturredaktion Steiermark: Das Album „It could be the Sun, Mr. President„ landet auf Platz 2 in der Rubrik „Pop“.
„Der Wiener Ernst Tiefenthaler setzt auf ein steirisches Label. Liebevoll arrangiert, Melancholie und Euphorie in tiefer Umarmung.“
Falter 51–52/10

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Ein Kürbis für das Herz der Finsternis

Konzert der Bands Ernesty International und Morbidelli Brothers im Wiener Radiokulturhaus
Der Kürbis hat im Herbst Saison. Nicht nur im Suppentopf, auch kulturell schlägt sich der Wiesenbewohner nieder. Das steirische Label Pumpkin Records, ein Verlag für prächtige Nischenmusik, reist am Mittwoch mit zwei seiner Bands an, um im Wiener Radiokulturhaus eine Pumpkin Night zu begehen, bei der Süßes oder Saures kein Thema sind.
Die beiden heimischen Bands Ernesty International und Morbidelli Brothers stehen am Menü. Ernesty International ist ein Projekt von Ernst Tiefenthaler, der ansonsten mit den Bands Hotel Prestige oder Bell Etage umtriebig ist. Als Ernesty International produziert der Mann mit der charismatischen Stimme solo oder mit Band filigrane Folk-Szenarien, die sich vom herkömmlichen Singer-Songwritertum oft schon emanzipiert haben. Seine Stimme erinnert an den verstorbenen Vic Chesnutt, seine atmosphärereichen Stücke halten diesem Vergleich ebenfalls stand. Eine verspielte wie vielfältige Instrumentierung, elektronisches Gewimmer und eine warme Produktion prägen diese Musik.
Ungleich lauter geht es bei den Morbidelli Brothers zu. Der Fünfer treibt die Sau durch den Stall, die Garage des Landbewohners. Ihr oft mit schneidiger Geige gespielter Country-Rock erinnert an Commander Cody zu dessen hoher Zeit Mitte der 1970er, als er mit langhaarige Hippies im Herzen der Finsternis - in Texas - vor Publikum getreten ist und Country gespielt hat. Leidenschaftlich, durchgeknallt, großartig sind sie beide. Folgen Sie dem Ruf des Kürbis!
Karl Fluch, DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2010

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ERNESTY INTERNATIONAL- Musikarbeiter unterwegs … zu einem Check-up mit Ernst Tiefenthaler
Ernst Tiefenthaler ist ein musikalischer Aktivposten dieser Stadt. Ernesty International heißt sein nominelles Soloprojekt mit einem sehr feinen zweiten Album.

«Ernesty International is a non-governmental, non-profit organisation whose aim is – by means of music – to fight global and individual indifference, self-delusion, manipulation, lifelessness, communication disability, misanthropy and solitude.» Das steht mit den Lyrics im Artwork von «It Could Be The Sun, Mr. President» zu lesen, das zweite Album von Ernesty International, wie das erste («Ernesty International», 2009) bei Pumpkin Records erschienen. Aufgenommen wurden beide Alben allein, in Wohnhäusern «am Land» und nicht in sterilen Studios, eines in Aschach, das neue in Riedenthal. Ernst Tiefenthaler spielt darauf viele Instrumente und singt, Eloui sang bei beiden Alben später die weibliche Stimme.
Bei Livekonzerten verstärkt sich Ernst mit weiteren MusikerInnen, die dann auftreten wie eine Organisation inklusive Namensschildern. «Chairman» Ernst macht überhaupt viel gute Musik, mit dem Debütalbum seiner «Hauptband» Bell Etage «We Carried The Sunlight Down To The Day» erregte er Anfang 2008 mediale Aufmerksamkeit, die zeitgemäße, offene Rockmusik des Zweitlings «With A Flying White Flag» stand dem Debüt in nichts nach. Nicht eingespannt in eine 40-Stunden-Woche (30 Stunden sind auch eine Zeit) entspringt Ernesty International zum einen der Neugier – was passiert wenn ein Musiker sich mit Instrumenten und Recording-Equipment in ein Haus zurückzieht? – zum anderen im Fall des aktuellen Albums (im Frühling 2009 aufgenommen) dem Umstand, dass Bell Etage ruhten. Was jetzt dazu führt, dass Ernst die Songs von «It Could Be The Sun, Mr. President» lernen muss, während er neues Material im Kopf, auf Papier und in der Gitarre hat und eigentlich wieder mit Bell Etage loslegen möchte.
Daneben fand er die Zeit für «die Quelle», ein Atelier- und Proberaumhaus im 10. Bezirk, wo eine ineinander verwobene KünstlerInnen/MusikerInnen-Gemeinde wirkte, ein Nachfolgeobjekt zu finden, nicht gänzlich unironisch in der Hauffgasse unweit der Szene Wien gelegen und, wie er mit ein wenig Wehmut erzählt, auf Musik fokussiert. Die Songs sind das (Wieder-)Lernen auf jeden Fall wert, «Red Cross», «Fidel Castro» («we are the world’s most fortunate lovers/we trick the CIA and all it’s undercover agents/cause we are a 100 times faster») oder «Alaskan Beach Boy» zeigen, dass Ernst zu den spannendsten Songwritern des Landes gehört und als sein eigener Interpret einen Weg gefunden hat, mit der englischen Sprache und der Form «Song» umzugehen, die auch «heavy stuff» wie in «Daddy’s Revolver» behandelt: «I tried to shapen my thoughts/to drill a hole in my head/and from the outside i tried it/with daddy’s revolver instead». Wo und wie kann ich Ernesty International beitreten?

Rainer Krispel, Augustin 09/2010

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Interview with Ernst Tiefenthaler
Markus Egger, Mica

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It could be the Sun, Mr. President

Die Sonne – oder doch der Mond? Weit vorgedrungen ist der heimische Sänger und Multiinstrumentalist Ernst Tiefenthaler in seinen Feldstudien zwischen Americana und Singer-Songwriter-Folkpop. Für einen Rastlosen hört sich der Mann, der neben den Bands Bell Etage und Hotel Prestige noch das Homerecording-Projekt Ernesty International betreibt, auf „It Could Be the Sun“ allerdings sehr entspannt an. Kleine Songperlen wie „Red Cross“, „Fidel Castro“ oder „Alaskan Beach Boy“ gehen ihm auf seinem zweiten Soloalbum scheinbar leicht von der Hand.
Sebastian Fasthuber, Falter

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Ernesty International: »It Could Be The Sun, Mr. President«

Vermutlich ist Ernst Tiefenthaler aka Ernesty International einer der fleißigsten österreichischen MusikerInnen. Ist er doch nicht nur bei Hotel Prestige und Bell Etage im Einsatz, und jetzt erscheint schon wieder eine neue Scheibe von ihm – gefühlt die dritte mit seiner Beteiligung in diesem Jahr. Die Kanalisierung von Kreativität ist durchaus positiv anzumerken, so bleibt keine Tagesfreizeit für das Einwerfen von Kellerfensterscheiben oder andere Dummheiten. Ohnehin ist E. I. per Eigendefinition eine nicht-kommerzielle Nichtregierungsorganisation, die auf musikalischem Weg z. B. Einsamkeit bekämpfen will. Musikalisch hat Ernesty International sein Universum seit einigen Jahren abgesteckt: Indie-Pop-Folk, dem er mit seiner eindringlichen Stimme eine eindeutige Note gibt – das Cover ist wie bei der ersten E.-I.-CD auch ein Verweis auf Astronauten, ca. in den 1970er-Jahren. Ein wenig Elektronik ist dank Mitstreiterin eloui auch dabei und so ist »It Could Be The Sun, Mr. President« ein weiterer Beleg für die starke Singer/SongwriterInnen-Szene dieses Landes, kann einen durch den Sommer begleiten und sollte auch im Winter gehört werden – es wäre wegen der Einsamkeit.
Jürgen Plank, skug

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CD des Monats Juli: Ernesty International: "it could be the Sun, Mr. President". pumpkin records 2010.

Der Haubentaucher ist bekanntlich ein deklarierter Fan des Herrn Ernst Tiefenthaler und das wird sich nach dieser CD auch sicher nicht ändern. Entspannt, fast schon abgeklärt, klingt Ernesty auf der zweiten Solo-CD. Tiefenthaler besingt Fidel Castro, die holde Weiblichkeit und die Knarre des Herrn Papa. Reichhaltig instrumentiert mit Xylophon, Tambourin und einem Haufen Schlagwerkzeug, Keyboard und natürlich einer Menge Gitarre, könnte "It could be the Sun" eine Platte werden, auf die sich Menschen mit Geschmack und Faible für Songwriting einigen können. Anspieltipps: "Red Cross" und "Alaskan Beach Boy".
Haubentaucher, http://haubentauchers.blogspot.com

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Es ist die Sonne, Mister President!

Schon vor knapp einem Jahr, als der Multiinstrumentalist und Musicaholic Ernst Tiefenthaler im Soundpark zu Gast war, um sein Solo-Debüt als Ernstey International vorzustellen, hat er mich mit einer Aussage ziemlich überrascht: "Ich habe eigentlich schon das nächste Album fertig!". Und auch dieses Mal ist es so, dass wir zwar über das neue Album "It Could Be The Sun, Mr. President" sprechen, aber dieser umtriebige Musiker schon das nächste Werk in der Tasche hat. Der Belle Etage und Hotel Prestige Sänger scheint in einer 12 Monate zeitversetzten Parallelwelt zu leben, zumindest was sein musikalisches Schaffen angeht. Wenn Ernst Tiefenthaler mir im Studio gegenübersteht, ist er volkommen im Hier und Jetzt, zumindest so gut es ihm gelingt, denn der nachdenkliche und sehr lyrisch veranlagte Songschreiber wählt seine Worte immer mit Bedacht und die selbstkorrektiven Reflexionen rücken oft einen spontanen Gedankengang zurecht.

Genau das scheint auch das unerschöpfliche Potential von Ernesty International zu sein, dem fiktiven Mammutunternehmen, hinter dem zwar nur eine Person steht, dass sich jedoch ein großes Kredo auf die Fahnen geheftet hat:

Ernesty International is a non-governmental, non-profit organization whose aim is - by means of music - to fight global and individual indifference, self-delusion, manipulation, lifelessness, communication disability, misanthropy and solitude.

Das zweite Ernesty International Album "It Could Be The Sun, Mr. President" erschienen auf Pumpkin Records. Auch hier wird der Astronaut wieder auf ein ihm unübliches Terrain gesetzt. War's beim Debüt noch die Alm, so ist es jetzt die Sonne.
Musikalisch wird das auf dem zweiten Album mit großteils akustisch anmutenden Folkpopperlen umgesetzt, die jedoch in ihrem Aufbau und in ihrer Konzeption recht komplex sind. Jeder Song entfaltet sich erst nach und nach und scheint dem konfuzianistischem Grundsatz "Der Weg ist das Ziel" zu folgen. Manchmal muss man dafür auf einer Djembé trommeln, eine alte Groovebox entstauben oder aber einfach dem Schnurren einer Katze folgen. Darüber hinaus ist "It Could Be The Sun, Mr. President" stringenter als das Debüt und von den Geschichten, die Ernst erzählt, vielleicht noch eine Spur abstrakter und verschlungener. Hinzu kommt die stimmliche Weiterentwicklung, die ihn manchmal sogar timbre-mäßig an Johnny Cash heranzuführen scheint. Unterstützung erhält er diesmal erneut von eloui und ihrer bezaubernden Stimme.

In einer ausführlichen Listening Session mit Ernst Tiefenthaler spielen wir mit Daddy's Revolver, tanzen in Alaska mit den Beach Boys, küren eine 40 Watt Glühbirne zum König und betrachten zurückgelehnt die Welt von außen.
Andreas Gstettner, www.fm4.orf.at

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It could be the Sun, Mr. President...

...ist nicht der neue Werbeslogan von Greenpeace, sondern der Titel des neuen Albums von Ernesty International. Der vielbeschäftigte Ernst Tiefenthaler, der sowohl bei der Folk-Combo Hotel Prestige als auch bei den Indie-Rockern von Bell Etage den Sänger gibt, hat mit seiner dritten Band Ernesty International beim steirischen Label Pumpkinrecords dieser Tage sein zweites Album herausgebracht. Am 24. Juni wird das Video zur neuen Single Red Cross in der Wiener Transporter Bar präsentiert.

2007 startete Ernst seinen musikalischen Roadtrip: In einem ausgeborgten Auto fuhr er beladen mit einem Haufen Instrumenten nach Oberösterreich: Genauer gesagt in das Haus seiner Großeltern nach Aschach. Er schaffte es schlussendlich die Heizung im kalten November in Gang zu bringen und einige Songs aufzunehmen. In der ländlichen Abgeschiedenheit und Einsamkeit wurden von Herrn Tiefenthaler viele Chorpassagen eingesungen, die seine diversen unterschiedlichen Stimmungen transportierten.

Musikalisch hat das zweites Album von Ernesty International noch mehr Tiefgang als das Debut. Der Opener des Albums Daddys Revolver handelt von einem Jugendlichen, der versucht sein Leben mit der Knarre seines Vaters zu beenden. Die Stimme von Tiefenthaler erinnert zeitweise an die des Belgiers Tom Barmann, seines Zeichens Sänger von dEUS. Die zweite Nummer und neue Single Red Cross rechnet mit einigen Organisationen ab: Im Song heißt es: „So all you Greenpeacers, Scandinavian Governments, Amnesty Internationals and United Nations, Send us your love!“

It could be the sun, Mr. President wurde in Riedenthal in Niederösterreich aufgenommen, im Haus von Ernsts Bruder Martin, der auch mit ihm gemeinsam sowohl bei Hotel Prestige als auch bei Ernesty International spielt. Die weiteren Musiker der Band hat Ernst aus seinem nächsten Umfeld zusammengewürfelt: Josip Pavic, der auch bei Bell Etage Schlagzeug spielt, sowie Reinhard Gassner vom Quellenchor und von Hotel Prestige am Bass, sowie Alexander Diesenreiter von M185, sowie die Sängerin eloui (Thalija, Brainmanagerz).

Schöne Indiesounds, denen Ernst Tiefenthaler mit seiner markanten Stimme emotional wie textlich Tiefgang verleiht. Ernesty International hat einen Faible für bekannte Persönlichkeiten: Während am Erstling noch Francis Ford Coppola besungen wurde, wird auf dem neuem Album ein Track Fidel Castro gewidmet. Aber auf die politische Gesinnung der Band sollte man dabei nicht schließen, denn wie heißt es so schön auf dem Booklet der CD: Ernesty International is a non-governmental, non profit organization!
(me), www.mika.at

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Ernesty International: It could be the Sun, Mr. President.

Wie schon 2009 hat Ernst Tiefenthaler, Sänger der Wiener Bands "Bell Etage und "Hotel Prestige", nun neuerlich als Ernesty International einige Songs im Alleingang eingespielt. Nur Gastsängerin Eloui ist auf einigen tracks mit dabei. Es sind wieder zart gesponnene, grazil instrumentierte Stücke geworden, wobei eine gewisse lyrische Unbedarftheit diesmal nicht zu überhören ist. Ganz schlimm ist eine als Song getarnte Ergebenheitsadresse an den verdämmernden Fidel Castro.
Gerald Schmickl, Wiener Zeitung

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Die interessanteste Popmusik kommt dieser Tage von direkt vor der Haustür. Sie kommt von Soap&Skin, Kreisky, Aber das Leben lebt, Laokoongruppe, SOTVR - oder auch von Ernesty International. Nie gehört? Kein Wunder. Es handelt sich um das neue Soloprojekt von Ernst Tiefenthaler, dem Sänger der ebenfalls empfehlenswerten Bands Bell Etage und Hotel Prestige. Im leerstehenden Haus seiner verstorbenen Großeltern hat der aufgeweckte Multiinstrumentalist ein knappes Dutzend Songs zwischen LoFi-Spielerei und großem Epos, klischeefreiem Americana und lässigem Singer/Songwriter-Pop aufgenommen - selbstsicher, emotional und sehr gut.
Gerhard Stöger, Falter Wien

Hinter dem eigenwilligen Namen steckt Ernst Tiefenthaler, der Sänger der österreichischen Alternative-Bands Bell Etage und Hotel Prestige. Weil ihn zwei Kapellen aber offensichtlich nicht auslasten, hat er jetzt im Heimwerkerverfahren auch noch ein sehr schönes Soloalbum aufgenommen, das sich, wie sein Pseudonym, „Ernesty International“ (Pumpkin/Trost) nennt. Tiefenthaler präsentiert sich hier als aufgeweckter Multiinstrumentalist, der zwischen LoFi-Spielerei und großem Epos, klischeefreiem Americana und lässigem Singer/Songwriter-Pop entspannt zu überzeugen vermag - und auch auf einem US-Label wie Saddle Creek durchaus gut aufgehoben wäre.
Falter, Wien

Ernst Tiefenthaler ist ein Mann vieler Talente und Bands. Er spielt bei den Indie-Folkern Hotel Prestige und den rockigeren Bell Etage (deren zweite Platte in Kürze kommt). Ernesty International - grandioser Name - nennt sich nun also das Soloprojekt bzw. Soloalbum des Anpackers und heimlichen Poeten („Love, love, love. There’s too much love“), das er im Haus seiner verstorbenen Großeltern in guter alter Homerecording-Tradition aufgenommen hat. Weitgehend akustisch arrangiert erinnert der unaufgeregte aber aufregende Songwriter-Pop Tiefenthalers an die frühen, schräg-bezaubernden dEUS oder wahlweise an die Indie-Granden Yo La Tengo zu deren besten ruhigen Momenten. Und an, ähem, Springsteen. Was insgesamt doch ziemlich beeindruckend ist!
Gregor Tischberger, Kurier.at

Ernst Tiefenthaler alias Ernesty International kennt man vielleicht von Hotel Prestige oder Bell Etage. Bei vorliegendem Soloprojekt hatte er alle Hände voll zu tun, „Gitarre, Bass, Beserl-Snare, Kuhfelltrommel, Melodika, Klatschen, Mundharmonika, Tambourine, Glockenspiel, Shaker, Chor, Libro-Schere, Rotweinflasche, Ukulele und Keyboard“, das alles kam hier laut Pressetext zum Zug. Und das Ergebnis hört sich dementsprechend überschwänglich und euphorisch an, gleichzeitig lauert im Hintergrund ein tiefe Melancholie. Für die Aufnahmen hat sich Tiefenthaler ins leer stehende Haus seiner verstorbenen Großeltern zurückgezogen, und dort Songs geschrieben, die Oma und Opa mit stolz erfüllt hätten.
Tiz Schaffer, Megaphon, Graz

Ernst Tiefenthaler, sonst zum Beispiel noch Sänger der feinen heimischen Bell Etage, macht sich hier als Ernesty International selbstständig und hat ein extrem gutes Album aufgenommen. Das betrifft nichtnur den schönen Projektnamen, sondern auch die weitreichende Musik zwischen Lo-Fi-Songwriting im Sinne von Aber Das Leben Lebt und vielen Spielereien und Experimenten zwischen TV-On-The-Radio-Chören und schrägen Melodien. Irgendwie schwer fassbar, aber doch großartig.
(8/10)
Martin Mühl, The Gap

Das musikalische Kreativitäts- und Gravitationszentrum des aus der Kulturinitiative „Kürbis“ hervorgegangenen Labels ist der Sänger und Instrumentalist Ernst Tiefenthaler. Neben den Bands Bell Etage und Hotel Prestige, deren Kopf und Stimme er ist, hat er nun unter dem Namen Ernesty International ein Homerecording-Soloalbum vorgelegt, das in seiner ruhigen, fließenden Musikalität zum Besten gehört, was Österreichs Singer/Songwriterszene derzeit zu bieten hat. Schöne Chöre, mit manch kühner Selbstacapellisierung, treffen auf Glockenspiel, Melodica und Ukulele. Auf einigen der elf Songs ist Eloui als Gastsängerin mit dabei.
Wiener Zeitung